Klavier spielen

Warum Klavier spielen

Zunächst einmal sollte Dir das Klavier als Instrument gefallen.
Ich mag den Klang und die dynamischen Möglichkeiten, das Zusammenspiel der Hände, die elegante Körperhaltung und das Spielgefühl an der Taste.
Das Klavier kann als Instrument für sich alleine stehen, d.h. Du bist unabhängig, was das Spielen mit anderen Instrumentalisten betrifft, da das Klavier ein Harmonieinstrument ist. Du kannst selbst entscheiden, ob Du ein Konzert alleine oder mit anderen Musikern zusammen spielst.
Wenn Du das Spielen in Deinem Alltag integrierst, trägt Dich das Klavierspielen als eine Konstante durch das Leben. Du kannst Deine Stimmung und verschiedene Gefühle im Allgemeinen über das Instrument ausdrücken und Deine Stücke vom Musikstil her an Deine jeweilige Situation anpassen. Egal wie es Dir geht, das Spielen wird zu einem beständigen Teil Deines Lebens.
Wenn Du Werke vergangener Epochen spielst, tauchst Du in eine andere Welt ein und stellst eine Verbindung zwischen Dir und dem Komponisten her. Klavierspielen ist zeitlos.

Tägliches Üben und Motivation

Ganz klar vorneweg: Was bist Du bereit an Zeit zu investieren?
Das Klavierspielen ist eine Kunst, die in Deinem Leben präsent sein muss. Dies setzt voraus, dass Du unabhängig von Deinen Umständen und Deiner aktuellen Stimmung täglich Kontakt zu Deinem Instrument aufnimmst. Dabei ist es nicht relevant, ob Du Lust hast zu spielen oder auch beim Spielen Spaß hast. Üben ist Arbeit, die zu einer tiefen Zufriedenheit führt.
Somit solltest Du es Dir zur Gewohnheit machen, Dich täglich ans Klavier zu setzen. Irgendetwas ist immer im Leben und Ausreden gibt es genug. Wenn Du ernsthaft das Klavierspielen erlernen möchtest, sodass Du an den Punkt kommst, Werke unterschiedlicher Stile zu spielen und Gefühle ausdrücken zu können, ist diese Praxis unverzichtbar.
Das beinhaltet natürlich auch technische Übungen, womit wir auch schon beim nächsten Thema sind.

Die Bedeutung einer guten Ausführung und sauberen Technik

In meinem Unterricht lege ich sehr viel Wert auf eine gute Technik. D.h. Tonleiterspiel, gebrochene Dreiklänge und Etüden sind Bestandteil des Übens. Ohne diese Basics dauert es zum einen insgesamt länger um ein Stück zu erarbeiten, zum anderen ist eine saubere Ausführung ohne das technische Wissen und Erüben eines bestimmten Bewegungsmusters nicht gegeben.
Deine Konzentration wird in hohem Maße geschult, wenn Du anspruchsvolle technische Übungen ausführst. Wenn Du diese dann beherrschst, gewinnst Du mehr Freiheit und kannst Dich bei den Stücken mehr auf die musikalische Ausführung konzentrieren.

Körperbewusstsein

Für ein gutes Körperbewusstsein und als Ausgleich zum Üben, empfiehlt es sich, sich viel zu bewegen. Das kann auch ein bestimmter Sport sein, den Du gerne machst. Wichtiger aber, als kompakt ein paar Mal in der Woche sportlich aktiv zu sein, ist es, sich täglich zu bewegen. Ich selbst bin kein Freund davon, viel zu sitzen und dann einen „effektiven“ Sport zwei Stunden o.Ä. pro Woche zu absolvieren. D.h. in erster Linie bietet es sich an spazierenzugehen bzw. viele Strecken zu Fuß zurückzulegen.
Im Übrigen können sich vor dem Üben Atemübungen oder Yoga positiv auf den Atemfluss beim Spielen auswirken. Die Bedeutung eines fließenden Atems beim Klavierspielen darf insgesamt nicht unterschätzt werden.

Improvisation

Die Kunst spontan Musik entstehen zu lassen und somit frei von fest notierter Musik zu sein ist unter anderem eine gute Schule des Zuhörens. Beim Improvisieren spielst Du frei oder mit wenigen Anhaltspunkten (z.B. eine feste Form oder ein festes Akkordschema). Kleine musikalische Ideen kannst Du notieren und diese dann frei variieren. Du lernst, Dir selbst zuzuhören und Dein Spiel nicht zu bewerten. Dies erfordert anfangs Mut. Mit zunehmender Übung wird das Improvisieren ein sehr inniger, persönlicher Ausdruck Deiner eigenen Musik.

Inspiration

Das Leben besteht nicht nur aus Musik und Üben. Für einen Künstler ist es wichtig, die Begegnung zu anderen Menschen, sowohl zu Musikern als auch und v.a. zu Nichtmusikern, zu suchen.
Die eigene Persönlichkeit fließt beim Musizieren und bei der Interpretation eines Werkes immer mit ein. Wenn Du mit offenen Augen durch die Welt gehst, wirst Du Dir einen Schatz an Eindrücken und Erfahrungen sammeln.

Öffentlich auftreten

Früher oder später wird der Zeitpunkt kommen, wo Du bereit sein wirst öffentlich aufzutreten.
Musik sollte mit anderen Menschen geteilt werden. Das Feedback eines Publikums bringt Dich in Deiner künstlerischen Entwicklung weiter. Du wirst genauer und intensiver Üben, um der Belastung beim öffentlichen Spielen gewachsen zu sein.
Es muss dabei zunächst nicht zwangsläufig ein Konzert vor vielen Menschen, die Du nicht kennst, sein. Du kannst damit beginnen, in einem kleinen Kreis vor Freunden zu spielen und auf diese Weise erste Konzerterfahrungen sammeln.